Gegen die innere Uhr gelebt?
Warum moderne Lebensweise
unseren Körper erschöpft

Seit Anbeginn unserer Zeit unterstehen wir naturgegebenen Rhythmen die uns in Balance halten. Tag und Nacht, Monat für Monat, Jahr für Jahr.
Und doch geben wir uns alle Mühe uns nicht mehr nach diesen Rhythmen zu richten. Aus irgendwelchen Gründen halten wir es nicht für Wichtig und erschaffen uns, jeder für sich und alle gemeinsam, ein Leben das einzig auf Dauerleistung ausgelegt ist.
Wir leben gegen unseren eigenen Takt und zahlen den Preis dafür und der ist manchmal richtig hoch.
Unser Körper und unser Geist funktionieren Zyklisch. Müdigkeit, Dysbalancen und tiefe Erschöpfung sind oft keine Anzeichen von Schwäche, sondern können Symptome eines Rhythmus Verlustes sein. Wir alle leiden, manchmal still und leise, unter der Ignoranz unseres naturgegebenen Taktes.
In den folgenden Zeilen möchte ich dich wieder Bewusst genau darauf Aufmerksam machen. Du wirst lernen was diese Rhythmen sind. Warum diese für deine allgemeine Gesundheit so wichtig sind und wie du dich wieder deinen Rhythmen anpassen kannst.
Ich wünsche dir gute Erkenntnisse und viel Spaß beim Lesen.
Was sind denn nun diese natürlichen Rhythmen?
Wir werden alle zugeben müssen das uns durchaus schon aufgefallen ist, dass alles in der Natur einer Rhythmik folgt. Ganz automatisch, ganz intuitiv. Das morgens die Sonne auf - und abends wieder unter geht. Das Bäume im Herbst ihre Blätter verlieren und im Frühling wieder anfangen zu treiben. Dann wissen wir es ist Tag oder Nacht, Herbst Winter, Frühling oder Sommer. Ganz ohne auf die Uhr oder den Kalender zu schauen. Wir sehen es und wir fühlen es!
Biologische Rhythmen sind unsere äußeren, aber auch unsere inneren Zeitgeber. So banal das auch für dich klingt, diese Rhythmen steuern nahezu alle körperlichen Prozesse in dir! – von Hormonfreisetzung bis Zellregeneration. Diese sind evolutionär tief in uns verankert und reagieren sensibel auf Licht, Dunkelheit, Bewegung, Ruhe, Wärme und Kälte. Und das hat sich seit Jahrtausenden nicht geändert. Auch nicht mit der Erfindung der Glühbirne.
Der zirkadiane Rhythmus – der 24 Stunden Zyklus
Dieser 24 Stunden Rhythmus, durch Sonnen Auf – und Untergang getaktet, ist uns allen bekannt. Und uns ist auch allen Bekannt das wir Tagaktive Wesen sind und Nachts schlafen sollten. Die Folgen eines gestörten Tag-/Nachtrhythmus ist uns nur leider nicht immer so bewusst. Dieser Rhythmus steuert nicht nur unseren Schlaf/Wachheit sondern auch Stoffwechsel, Hormonbalance, die Körpertemperatur und die Entgiftung. Außerdem hat er großen Einfluss auf unsere Regenerationsfähigkeit, unsere mentale Gesundheit und wirkt sich erheblich auf unsere Langlebigkeit aus. Das „große Problem“ ist das man das eben nicht gleich merkt und diese Auswirkungen erst sehr viel später auftreten. Was es Schwieriger macht eine Verbindung zu erkennen zwischen „Aktion und Reaktion“.
Gerade durch Erfindungen wie künstliches Licht, Bildschirmen und Schichtplänen wird dieser Rhythmus oft dauerhaft gestört, bzw. lassen wir zu das dieser gestört wird. Viele chronischen Beschwerden beginnen – oft unbemerkt, genau hier.
Ultradiane Rhythmen
– Warum moderner Leistungsdruck auf Dauer erheblich schadet
Ultradiane Rhythmen sind die Zyklen innerhalb eines Tages/Nachtzyklus. Sie verlaufen in Zeitfenstern von ca. 90 – 120 Minuten und bestimmen u. a. Phasen von Konzentration und Erholung. Der Körper braucht regelmäßige Pausen um das Nervensystem zu regulieren und Energie zu Erneuern. Daran ändert auch ein altmodischer Dienstplan nichts. Eine Dauerhafte Reizüberflutung und Pausenlosigkeit führen zu tiefer Erschöpfung und mentaler Überforderung.
Wer Signale wie Konzentrationsverlust oder innere Unruhe übergeht, zwingt seinen Körper in einen anhaltenden Stressmodus. Oft unbemerkt! Unsere moderne Lebensweise hat uns dazu geführt das wir diesen Zustand als normal betrachten, ja sogar Feiern und Fördern! Chronischer Stress ist einer der häufigsten Gesundheitskiller! Langfristig schwächt das unser Nervensystem und erhöht nicht nur das Risiko für Burnout. Und wie viele von uns fühlen sich ausgebrannt, Energie- und Antriebslos und empfinden einfach eine tiefe Erschöpfung die mit Schlaf nicht behoben werden kann?
Chronischer Stress schwächt langfristig unser Immunsystem, unser Herz-Kreislaufsystem, unsere Verdauung, unser Hormonsystem, unsere Entgiftung – und Regenerationsfähigkeit. Kurz gesagt also alles.
Moderne Unternehmen sehen ein das Produktivität nicht durch Durchbeißen und Hustle entsteht, sondern durch rhythmische Balance aus Fokus und Regeneration. Und Nein, du bist nicht besonders hart und Leistungsfähig, weil dir das angeblich nichts ausmacht. Solch subtile Schäden entstehen schleichend und tief und zeigen sich meist erst nach Jahren der kontinuierlichen Überforderung.
Steter Tropfen höhlt den Stein!
Ultradiane Rhythmen sind in der östlichen Medizin wie der traditionell chinesischen Medizin (TCM) oder im Ayurveda schon Jahrhunderte lang anerkannt, fest verankert und selbstverständlich Teil des natürlichen Heilungsprozesses der Menschen. Sie haben schon lange erkannt das jedes einzelne Organ seine Zeit hat in der es vermehrt arbeitet oder sich regeneriert.
Die, im Vergleich relativ junge, westliche Chronomedizin, die sich mit den Einflüssen innerer und äußerer Taktgeber auf unser Wohlbefinden beschäftigt, bestätigt das (endlich). Sie erforscht u.a. die Wirkung verschiedener Medikamente bei Einnahme zu unterschiedlichen Tageszeiten.
Infradiane Rhythmen – langfristige Zyklen unseres Körpers
Infradiane Rhythmen sind die, die länger als einen Tag dauern um zu durchlaufen. Etwa der 28 Tage Mondzyklus, der zum Zyklus einer gesund menstruierenden Frau passt oder saisonale Jahreszeiten – Frühling, Sommer, Herbst und Winter. Sie beeinflussen u.a. Energie, Stimmung, Regenerationsfähigkeit und emotionale Bedürfnisse.
Die Auswirkungen dieser Zyklen sind kaum jemandem bewusst - oder wir ignorieren sie mal wieder gekonnt. Haben wir es in unserem Breitengrad doch geschafft die eigentlich stillste und dunkelste Zeit des Jahres zu einer der geschäftigsten und stressvollsten Zeit des Jahres zu machen. Den tiefsten Winter. Wie feiern sogar, auf globaler Ebene, den Neuanfang eines Jahres in dieser Zeit! Eine Zeit in der eigentlich nichts neu anfängt und zum Leben erwacht sondern noch tief und fest schläft und erst Monate später erwacht. Könnte das ein banaler Grund sein warum es so schwer fällt Neujahresvorsätze wirklich durchzuziehen? Weil wir sie machen wenn einfach keine Energie da ist? Erinnere dich einfach mal an deine Gefühlslage im Januar und Vergleiche das mit deiner Gefühlslage im April, wenn die Tage sichtbar länger sind, es spürbar wärmer ist und die Natur wieder mit voller Kraft zu neuem Leben erwacht. Bist du im April nicht auch Energiegeladener und voller neuem Tatendrang?
Wer diese unterschiedlichen Rhythmen versteht und respektiert kann sein Leben nachhaltig gesünder gestalten und fördert langfristig Vitalität und Resilienz.
Denn chronische Müdigkeit, Hormonstörungen, emotionale Instabilität und Entzündungsprozesse sind oft Anzeichen eines Lebens gegen die urgegebenen Regeln, ein Leben gegen unseren eigenen Takt. Der Körper kompensiert lange bis Symptome unübersehbar, unüberspürbar werden. Dann ist der Schaden meist schon sehr groß und die Regenerationszeit sowie der Reparaturprozess erfordern sehr viel Konstanz und Geduld. Rhythmusbewusstsein wirkt präventiv – bevor Krankheiten entsteht.
Was du tun kannst
um wieder in Gleichklang mit deinem Rhythmus zu kommen
Der erste Schritt zur Balance ist Beobachtung anstatt blinden Aktionismus durch sofortige Überoptimierung. Und noch davor natürlich die Anerkennung der Rhythmen als solches.
Du darfst also anerkennen das wir alle diesen naturgegebenen Rhythmen unterliegen, durchaus aber nicht alle zu 100% genau gleich.
Sich selbst genau zu kennen und zu verstehen ist daher der wichtigste Schritt um seine eigene Gesundheit und sein eigenes Leben zu optimieren.
Energielevels, Schlafqualität, Emotionen und körperliche Signale geben klare Hinweise auf die individuelle Rhythmen. Selbstwahrnehmung ersetzt starre Routinen durch intuitive Anpassung. Ganz egal was der Influenzguru gerade erzählt.
Schon kleine Veränderungen – wie regelmäßige Schlafzeiten, bewusste Pausen angepasst an deine Leistung und Bedürfnisse und zyklische Planung, haben große Wirkungen und werden leider viel zu oft unterschätzt. Es geht nicht um Perfektion, sondern um Resonanz mit dem eigenen Körper. Rhythmisches Leben bedeutet mit sich zu arbeiten statt gegen sich.
Gesundheit ist ein Dialog mit der Zeit. Unser Körper lebt in Zyklen, nicht in To-Do-Listen und schon zweimal nicht in Erwartungshaltungen von anderen. Wer lernt, seinen Rhythmus zu respektieren, stärkt nicht nur seine Gesundheit, sondern auch Selbstvertrauen und Lebensqualität. Heilung beginnt oft dort wo wir aufhören zu kämpfen – und anfangen zuzuhören.
Es gibt Regeln dir für uns alle gleich sind. Zum Beispiel sind wir alle Tag– und nicht Nachtaktiv. Auch die weitverbreitete Auslegung von sog. Lärchen und Eulen, also Morgen- und Abendmenschen hat weniger etwas damit zu tun wann wir schlafen gehen sollten, sondern eher etwas mit unserem individuellen Energielevel zu verschiedenen Tageszeiten. Wenn wir menschgemachte Einflüsse einmal wegdenken würden, dann würden sich auch die Nachteulen wieder an einen natürlichen Rhythmus anpassen. Automatisch, denn dann wäre es abends einfach dunkel und sie könnten genauso wenig machen wie eine Lärche, außer sich schlafen zu legen. Und sie würden morgens mit dem aufgehen der Sonne genauso wach werden.
Hier sind ein paar Tipps und Vorschläge. Probiere den ein oder anderen einfach mal für ein paar Wochen aus und beobachte was es mit dir macht. Nicht nur 1-2-3 Tage und dann behaupten es macht keinen Unterschied. Hab im Hinterkopf das du eventuell über Jahre, sogar Jahrzehnte zuverlässig A-Rhythmisch gelebt hast. Da kannst du keine Wunder in 1-2-3 Tagen erwarten!
1. Feste Aufstehzeit – nicht perfekte Schlafdauer
Dein Rhythmus wird primär durch die Aufstehzeit und deinem Verhalten direkt danach stabilisiert, nicht durch die Uhrzeit, zu der du ins Bett gehst. Schlafensdruck am Abend ist eine direkte Folge von genau diesen und kommt von ganz alleine.
Steh möglichst jeden Tag zur gleichen Zeit auf (±30 Minuten), auch am Wochenende. Das synchronisiert deine innere Uhr zuverlässig.
2. Tageslicht vor Bildschirmlicht
Natürliches Licht am Morgen ist der stärkste Taktgeber deines zirkadianen Systems.
→ Innerhalb der ersten 30–60 Minuten nach dem Aufstehen Tageslicht ins Gesicht bekommen (Fenster, Balkon, draußen – auch bei Wolken).
Ohne diesen Reiz bleibt deine innere Uhr „unscharf eingestellt“, egal wie diszipliniert du sonst bist.
3. Arbeite in Energieblöcken statt gegen sie
Dein Körper arbeitet in 90–120-Minuten-Zyklen.
Plane Fokusarbeit bewusst in solchen Blöcken und zwinge dich danach zu einer Pause, auch wenn du „noch könntest“.
Produktivität entsteht durch Rhythmus – nicht durch Durchhalten.
Gestalte deine Pause, soweit möglich, konträr zu deiner geleisteten Arbeit. Wenn deine Arbeit daraus besteht nonstop am Computer im Büro zu sitzen, dann steh auf und Bewege dich, idealerweise an der frischen Luft, schau in die Ferne und auf keinen Bildschirm. Wenn deine Arbeit primär daraus besteht die ganze Zeit auf den Beinen zu sein dann setz dich hin und leg die Beine hoch.
4. Iss rhythmisch, nicht permanent
Jede Mahlzeit ist ein biologisches Signal. Dauerndes Snacken hält deinen Körper im „Tagmodus“.
→ Letzte Mahlzeit mindestens 3 Stunden vor dem Schlafen
→ Möglichst ähnliche Essenszeiten täglich
Das entlastet Verdauung, Hormone und Schlafregulation. Achte dabei darauf das die meisten Getränke Mahlzeiten sind. Es gibt keine Getränke außer Wasser, schwarzem Kaffee und ungesüßtem Tee!
5. Beobachten, dann optimieren
Der wichtigste Schritt: Beobachtung ohne sofort einzugreifen.
Notiere über 1–2 Wochen:
- Energieverlauf
- Schlafqualität
- Stimmung
- Fokusfähigkeit
Dein Körper zeigt dir seinen Rhythmus – du musst nur aufhören, ihn zu übertönen.
Erst danach lohnt sich gezielte Veränderung. Gezielte Veränderung bedeutet nicht das du alles auf einmal Verändern musst! Das erzeugt nur enormen Druck und Stress und die Wahrscheinlichkeit schnell in alte Muster zu verfallen ist riesig. Eins nach dem anderen. Das hat auch den Vorteil das du genau merkst was diese eine Veränderung für einen Unterschied macht.
Das sind mal 5 Tipps, deren Umsetzung mehr oder weniger relativ einfach ist, auf lange Sicht aber wirklich einen Unterschied machen können.
Es gibt noch sehr viel mehr das du tun kannst und wenn du ganz individuell Hilfe möchtest, deine Gesundheit als ganzes wieder zu verstehen und auf ein höheres Level zu heben, kontaktiere mich gerne und wir arbeiten gemeinsam an deinem Erfolg. Individuell, umsetzbar und nachhaltig messbar.
Erzähle mir gern von deinen persönlichen Erfahrungen mit den naturgegebenen Rhythmen und ob einer der Tipps dir durch die Umsetzung geholfen haben.
Dort findest du auch in regelmäßigen abständen Wissen rund um das große Thema der ganzheitlichen Gesundheit.
Ich freu mich auf dich!
Alles liebe
July



